Filmveranstaltungen mit Selbsthilfegruppen

Filmveranstaltungen mit Selbsthilfegruppen

Das stille Kind – Filmabend zum Thema Leben mit Hörbehinderung

 

Libby aus dem Kurzfilm
Libby aus dem Kurzfilm “Das stille Kind”

Rund 100 Besucherinnen und Besucher kamen zum Film- und Diskussionsabend am 21. Januar, zu dem das Heidelberger Selbsthilfebüro gemeinsam mit den beiden Kommunalen Behindertenbeauftragten der Stadt Heidelberg und des Rhein-Neckar-Kreises ins Forum am Park eingeladen hatte. Und ganz offensichtlich sprach das Thema „Leben mit Hörbehinderung“ viele Expertinnen und Experten in eigener Sache an: Geschätzt mehr als die Hälfte der Gäste waren selbst von Hörschädigung betroffen und nutzten die bereitgestellten „Übersetzungs“-Möglichkeiten durch Gebärden und Schriftübertragung.
Dementsprechend freute sich Anette Bruder vom Selbsthilfebüro in ihrer Begrüßung über das große Interesse. Dr. Barbara Bogner, Behindertenbeauftragte und Lehrende für Hörgeschädigten-Pädagogik an der PH Heidelberg, führte mit einem kurzen Vortrag über die Chancen und Hürden für Kinder mit Hörbehinderungen in die Thematik ein. Der Film „Das stille Kind“ zeigte dann die vierjährige Libby. Sie ist taub und führt ein absolut stilles Leben ohne Kommunikation. Eines Tages trifft sie die Sozialarbeiterin Joanne, die Libby die Gebärdensprache beibringt und ihr damit das Geschenk macht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Podiumsdiskussion
Podiumsdiskussion, Foto: Jana Fritz

Im Anschluss an den Oscar-prämierten Kurzfilm diskutierten Nicole Braun, Vertreterin der Selbsthilfegruppe Schlappohren für Schwerhörige und Ertaubte, Markus Fertig, Vertreter des Beirats von Menschen mit Behinderung, und Dr. Barbara Bogner angeregt unter Beteiligung des Publikums. Im Mittelpunkt der durch Patrick Alberti moderierten Diskussion stand die Inklusion von gehörlosen Kindern im schulischen wie im sozialen Kontext. Die Aussage von Markus Fertig: „Ich bin nicht behindert, ich werde durch mein Umfeld behindert“ machte deutlich, dass auch 10 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention noch einige Hürden überwunden werden müssen, um hörgeschädigten Kindern und Erwachsenen dieselben Möglichkeiten zu ebnen wie hörenden Menschen.

Kinofilmmatinee anlässlich des Welttages der seelischen Gesundheit 2019

Podium mit vier Stühlen

„Gemeinsam statt einsam – seelisch gesund zusammenleben“ war das bundesweite Motto des diesjährigen Welttages der seelischen Gesundheit.
Das Gefühl der Einsamkeit kann jeden in jedem Lebensalter erreichen. Junge wie alte Menschen können aus sehr unterschiedlichen Gründen in die Isolation geraten.
Der computeranimierte Film „Wall E: Der Letzte räumt die Erde auf“ war sehr berührend und zeigte die Verlorenheit, wenn man ohne ein Gegenüber durch das Leben gehen muss und welche Anstrengungen unternommen werden, um aus dieser Isolation zu kommen.
Nach dem Film diskutierten die Podiumsteilnehmende mit den Zuschauern die unterschiedlichen Betrachtungsweisen von Einsamkeit.
Junge Menschen rutschen in Krisen- und Notsituationen und stehen oftmals ohne Halt da. Da hilft kein Facebook mit 500 follower. Da sind Einrichtungen, die die jungen Menschen auffangen, eine wichtige Institution.
Alte Menschen geraten aufgrund des Alters und ihrer Gebrechlichkeit oft in die Isolation. Körperliche Beeinträchtigungen werden von psychischen wie Depression, Ängste begleitet. Dies hat Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensqualität. Ältere Menschen benötigen besondere Versorgungsangebote. Da ist die Gesellschaft gefragt.
Doch das Erleben der Einsamkeit hat auch eine wichtige Funktion, um zu neuen Kräften und Gedanken zu kommen. Albert Schweitzer sagt: In der Einsamkeit lernt man, sich selber zuzuhören. Menschen, die dem Buddhismus nahestehen, setzen dies auch um und nehmen sich Auszeiten, damit sie wieder gut zu sich selbst finden können.

Das Kino war bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Interessierte kamen bereits eine Stunde vorher, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Zeit während der Pause und vor allem anschließend an die Veranstaltung wurde auch zum regen Austausch genutzt. Acht Menschen, die gehörlos sind, nahmen an dieser Veranstaltung teil.

Diese wurde gefördert von der Stadt Heidelberg und der BKK Landesverband Süd.

 

 „Am seidenen Faden“: Leben nach einem Schlaganfall

Am 16.01.18 veranstaltete das Heidelberger Selbsthilfebüro gemeinsam mit dem Kommunalen Behindertenbeauftragten des Rhein-Neckar-Kreises, Patrick Alberti, einen Film- und Diskussionsabend  zum Thema Schlaganfall in Sinsheim.

Das Veranstaltungsteam

Anette Bruder vom Heidelberger Selbsthilfebüro und Patrick Alberti freuten sich, auch durch die freundliche Unterstützung der Barmer GEK und der Volkshochschule Sinsheim die rund 60 Besucher/-innen im Citydome Sinsheim zu begrüßen. Der Oberarzt der Neurologie am Uniklinikum Heidelberg und der GRN-Klinik Sinsheim, Dr. Christoph Gumbinger, führte mit einem kurzen Vortrag unter anderem über die wichtigsten Anzeichen eines Schlaganfalls in die Thematik ein. Der fast zweistündige Dokumentationsfilm „Am seidenen Faden – Schicksal Schlaganfall: Die Geschichte einer jungen Liebe im Ausnahmezustand“ zeigte dann, wie ein junger Musiker, der mit 33 Jahren einen Schlaganfall erleidet, sehr abrupt aus seinem bisherigen Leben gerissen wird. Seine Frau Katarina Peters, die Regisseurin, hält die Bewältigung der schwierigen Zeit nach dem Ereignis auf Kamera fest.
Im Anschluss diskutierten der Betroffene Leo Imhof, Vorsitzender des Schlaganfallforum e.V. und Selbsthilfegruppe Sinsheim, Yelda Ersoy, Vertreterin der türkischen Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Sinsheim und Dr. Christoph Gumbinger unter Beteiligung des Publikums.  Es wurde deutlich, dass die Unterstützung durch Angehörige sowie der Austausch mit anderen Betroffenen neben der medizinischen Versorgung für die Bewältigung eines Schlaganfalls von zentraler Bedeutung sind.

 
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